Neuordnung des Mahnmals St. Nikolai

Wettbewerbsbeitrag

Offener hochbaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb
Preisgericht:16.10.2025
Standort:Hamburg
Ausloberin:Stiftung Mahnmal St. Nikolai e.V.
Entwurf: Andreas Heller Architects & Designers: Architekt: Andreas Heller, Constantin Heller, Chun-Tzu Chang, Sarah Phiri, Juraj Bozic, Arthur Hichert
Freiraumplanung:Landschaftsarchitektur+: Felix Holzapfel-Herziger, Xiao Chen, Dicle Sancar
Lichtplanung: burkhard wand – lichtplanung.: Burkhard Wand
Fläche Pavillon:183,10 m² BGF(R)

Das Mahnmal St. Nikolai ist ein Ort des Gedenkens und der Begegnung für die Stadtgesellschaft. Es erinnert an die Opfer der Bombenangriffe von 1943. Mit seiner Neuordnung soll es stärker in die Innenstadt eingebunden werden, der Museumszugang barrierefrei gestaltet, ein neuer Pavillon integriert und Kellerbereiche im Kirchenschiff zusätzlich nutzbar gemacht werden.

Der Entwurf positioniert den neuen Pavillon an den Nordrand des historischen Kirchenschiffs. Er hält Abstand zu den historischen Baurelikten und lässt die Fläche des Mahnmals für Außennutzungen frei. Die betont horizontale Ausrichtung des Neubaus tritt in Kontrast zur Vertikalität des Mahnmals und steigert so seine Präsenz bzw. gestalterische Wirkung. Die gestaffelte Dachlandschaft und der Rhythmus von Glas- und Betonfassadenelementen nehmen Bezug auf die erhaltenen Fragmente der Kirche. Auf sie verweisen im Norden des Pavillons auch Scharrierungen , die das Motiv der bauzeitlichen Kirchenfliesen zitieren. Die fußläufigen Verbindungen der Erschließung nehmen die vorhandenen Positionen auf und ergänzen diese um eine barrierefreie Rampe im Nordosten. Für den Zugang zu den Kellerbereichen wird der bestehende Aufzugschacht genutzt. Raum-in-Raum-Module stellen hier autarke Einheiten im Sinne des Denkmalschutzes dar, sie greifen weder in die Bausubstanz ein noch beeinträchtigen sie das bestehende Raumklima.

Der helle Bodenbelag setzt einen Kontrast zum eher dunklen Mahnmal. Schlitzrinnen markieren die ehemaligen Positionen von Sandsteinpfeilern. Der einstige Kircheninnenraum wird dadurch wieder räumlich erfahrbar. Eine lange Bank aus Beton schließt den Raum zwischen Neubau und Turm und lädt Besuchende ein, den Ort auf sich wirken zu lassen.