Neue Dauerausstellung im Deutschen Auswandererhaus

Multiperspektive Erzählung von Aus- und Einwanderungsgeschichte

Migrationsmuseum zur Aus- und Einwanderungsgeschichte

Zweite Erweiterung, Revitalisierung der Dauerausstellung
Baubeginn:11/2019
Eröffnung:26.06.2021
Standort:Columbusstraße 65, 27568 Bremerhaven
Bauherrin:BEAN Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG
Architektur (Lph 1-9),
Ausstellungsdesign:
Andreas Heller Architects & Designers

Projektteam Architektur Andreas Heller, (Gesamtleitung), Lüder Meyer (Entwurf, Projektleitung), Laura Paraschiv (Bauleitung), Peter Klann (Bauleitung), Holger Häse, Hyunggyu Kim, Maria-Jose Ramos Mira, Lingyang Xu
Projektteam Innenarchitektur Lars Hüners, Anja Pfeiffer, Julia Beck
Projektteam Ausstellungsdesign Ulf Klüsener (Projektleitung), Alke Thamsen, Johanna Krummradt, Alexander Kruse
Projektteam Grafikdesign Dirk Kühne, Alexandra Schäfer, Katharina Schätzle, Jutta Strauß, Veronika Froch
Recherche Marina Eismann, Anja Ruschival
Freianlagenplanung:Landschaftsarchitektur Stadtplanung Architektur Partnerschaft mbB, Kranzberg
Tragwerksplanung:KSF Steimke, Dr. Hemmy & Partner Beratende Ingenieure mbB, Bremerhaven
Technische Gebäudeausrüstung:Schlüter + Thomsen Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Neumünster
Brandschutz:Schlüter + Thomsen Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Neumünster
Nachhaltiges Bauen:gnap Gesellschaft für Nachhaltigkeits- Audits und -Planung mbH, Bremerhaven
Größen:Gesamtfläche: 7.422 qm BGF
Ausstellungsfläche: 3.340 qm
Homepagewww.dah-bremerhaven.de

Der „Biografie-Salon“ erzählt Einwanderungsgeschichte anhand von ganz unterschiedlichen Objekten. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Werner-Huthmacher, Berlin

Mit dem Muesumsneubau verknüpft das Deutsche Auswandererhaus die Themen Aus- und Einwanderung noch stärker als bisher. Der Leitgedanke der neuen Dauerausstellung ist, dass aus jedem Auswanderer auch gleichzeitig ein Einwanderer wird. Die Ausstellung ist als Rundgang konzipiert. Die Gestaltung setzt das Mittel der erzählerischen Inszenierung ein: Raumkollagen erzeugen einen emotionalen Zugang zur Thematik und schaffen ein besonderes Besuchserlebnis. Größtenteils basieren sie auf detailgenauen Rekonstruktionen, oder erzeugen eine Stimmung, die beispielsweise an ein Wohnzimmer oder eine Lounge erinnern.

Im Hauptgebäude erfahren die Besucher*innen etwas über Auswanderung nach Übersee. Sie folgen einer Auswanderin oder einem Auswanderer auf Ihrem bzw. seinem Lebensweg. Neu ist beispielsweise die Darstellung der Lebenswelt von Ausgewanderten in Amerika.

Verbindendes Element beider Gebäude ist ein Brückenbauwerk. Auf dieser Brücke kündigt eine Installation zum Thema „Transit“ den Perspektivwechsel zur Einwanderung an. Fulminanter Auftakt im Neubau ist der „Saal der Debatten“. In einer Raumcollage sind vier Orte des gesellschaftlichen Diskurses dargestellt. Den emotionalen Rahmen bieten eine Show auf einer 50 Meter langen Videowall sowie Projektionen. Besucher*innen können sich mittels partizipativer Museumstechnologie eine historische Debatte auswählen und dieses aus verschiedenen Blickrichtungen betrachten.

Zwei „Biografie-Salons“ gehören ebenfalls zu den Neuerungen: Beide erzählen die Geschichten anhand von Objekten. Die Salons sind bewusst „privat“ gestaltet und rufen Assoziationen von Wohnzimmern auf. Das „Roxy“-Kino zeigt für das Museum produzierte Filme. Den Abschluss bildet schließlich das loungeartige „Forum Migration“. Besucher*innen können u. a. nach Vorfahren recherchieren oder sich mit der statistischen Auswertung der Inhouse-Besucherumfrage beschäftigen.

Das Miteinander steht im Fokus der Ausstellung im Neubau. „Wir leben zusammen“ ist im Fenster zu lesen. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Werner-Huthmacher, Berlin

Oben: Im „Grand Central Terminal“ wird die Weiterreise im Ankuftsland thematisiert. In die Ticketschalter sind große Monitore für weitere Informationen installiert. Neu sind auch drei Shops, die Besucher*innen exemplarisch die Lebenswelt von Eiwanderern in Amerika vor Augen führen, darunter ein Lebensmittelladen (Deli). Unten: Der „Saal der Debatten“ zeigt in einer Raumkollage vier Orte der Auseinandersetzung über Migration in Deutschland und bietet die Möglichkeit, sich in wichtige Debatten aus unterschiedlichen Zeiten zu vertiefen. Eine Gruppe von Demonstrierenden richtet sich mit ihren Anliegen symbolisch an die Stadtgesellschaft Bremerhavens. © Deutsches-Auswandererhaus / Foto: Werner-Huthmacher, Berlin