Erweiterung der Hochschule für bildende Künste Wettbewerbsbeitrag erhält Anerkennung

Im Rahmen der Jahresausstellung 2017 der Hochschule für bildende Künste (HfbK) wurden am Donnerstag, den 9. Februar, die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs für ein Ateliergebäude der HfbK bekannt gegeben. Die Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank stellte Wettbewerb und Gewinner vor. Der Beitrag von Andreas Heller Architects & Designers erhielt eine Anerkennung.

Unser Entwurf will einen klaren Schlusspunkt des Ensembles setzen und in seiner reduzierten Baukörpersprache einen pragmatischen und dialektischen Gegenpol zum Gebäude Fritz Schumachers ausbilden.

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Ateliergebäude fünfgeschossig auszubilden. Bezugspunkt ist hiermit die Traufe des in der Nachkriegszeit aufgesetzten Staffelgeschosses. Hierdurch bildet sich ein größerer Freiraum zwischen Neubau und Hauptgebäude. Der damit geschaffene Platz bietet mehr Abstand zur historischen Bausubstanz und gleichzeitig eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten der künstlerischen Nutzung. Die Positionierung des Baukörpers an die nördlichste und östlichste Grenze des Baufeldes ermöglicht gestaffelte Sichtachsen. Die Architektursprache ist klar und unaufgeregt. Die Atelierräume sind durch die Backsteinfassade gekennzeichnet. Die transluzente „Scheibe“ mit ihrer Verkleidung aus eingeschwärzten Doppelstegplatten birgt alle Erschließungswege und Kommunikationsorte sowie Funktionsbereiche. Dieses Bauteil ist die Schleuse in das kontemplative und „feste“ Bauteil der Ateliers. Mit einer sich bewusst von dem historischen Backstein absetzenden Fassade symbolisiert das neue Gegenüber den Perspektivwechsel in der Kunst.

Eine absolut flexible Nutzung auf der einen Seite und die Möglichkeit der Abgeschiedenheit von Kunstarbeit auf der anderen Seite sind prägendes Merkmal dieses Entwurfs. In diesem Gebäude soll nahezu jeder Raum benutzt und okkupiert werden. Die Auflösung von Fluren zugunsten der Flächen für Kunst und unterschiedliche Nutzungsoptionen sind Ziel dieses Grundrisskonzeptes. Die Wände zu den jeweils identisch großen Atelierräumen sind einfache, bewegliche Wandelemente, die je nach Bedarf die Räume schließen oder öffnen. Die Bewegung zwischen Teeküche und Spinden, Lagerflächen und Waschräumen spielen sich selbstverständlich und offen ab. Die Studierenden haben die Möglichkeit, dieses System durch seine Flexibilität den Arbeiten und Projekten anzupassen.

Die Galerie im Erdgeschoss nimmt diese Teilung der Ateliers auf, es kann jedoch auch ein großer Raum geschaffen werden. Die Anordnung der Treppenräume und der Sanitärbereiche ermöglicht eine von den Atelieretagen unabhängige Nutzung des Erdgeschosses.