Projektstart für die Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses

Die Pläne zur 2. Erweiterung des Bremerhavener Museums wurden vorgestellt

Die zweite Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven ist offiziell gestartet. Die Direktorin des Museums, Dr. Simone Eick, und Architekt Andreas Heller stelllten gemeinsam mit den Förderern (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Senatorin für Wissenschaft und Häfen des Landes Bremen und die Stadt Bremerhaven) die Pläne vor. Diese bestehen neben der baulichen Erweiterung, der Erneuerung der Dauerausstellung und der Errichtung eines neuen „Pop Up-Museums“ auch in der Gründung der „Academy of Comparative Migration Studies (ACOMIS)“. Bund und Land unterstützen das Projekt mit mehr als zwölf Millionen Euro.

Komplexität und Fragilität von Einwanderungsgesellschaften spiegeln sich in der Fassade des von Andreas Heller Architects & Designers gestalteten Neubaus wider: Sie zeigt neben einer Vielzahl geschichteter Ebenen Porträts von Einwander*innen oder deren Nachfahr*innen. Sie sind reliefartig aus der Materialschicht geschnitten und je nach Lichteinfall mal mehr, mal weniger zu sehen. Die bauliche Erweiterung umschließt gleichsam wie ein Mosaik der Einwanderungsgesellschaft Deutschland den bestehenden Annex des Museums und präsentiert sich als selbstbewusst eigenständiger Gebäudeteil des Deutschen Auswandererhauses.

Mit dem neuen Dauerausstellungsteil verfolgt das Museum ein Ziel: Es möchte zeigen, dass Konflikte in Einwanderungsgesellschaften zum Alltag gehören. Dargestellt werden diese Konflikte emotional, rational und multiperspektivisch: Alle, die daran beteiligt sind, kommen zu Wort. Weitere Ausstellungsbereiche widmen sich der Geschichte von Einwandererfamilien und ihrem Leben in Deutschland und der Auswanderungsgeschichte osteuropäischer Jüdinnen und Juden, von denen Hunderttausende über Bremerhaven nach Übersee gingen. In der „Academy of Comparative Migration Studies (ACOMIS)“ wird ein Bildungsinstitut zur Museumspädagogik für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung sowie ein Institut für angewandte Migrationsforschung etabliert.

Andreas Heller Architects & Designers wurde 2018 in einem VgV-Verfahren ausgewählt, die Museumserweiterung zu planen. Die Umsetzung erfolgt während des laufenden Betriebes und soll bis zum Frühjahr 2021 vollendet sein.